Mitternacht im Sexshop: Ich schließe mich ein, um Schaufensterpuppen neu zu arrangieren. Doch als ich den samtweichen, nachtvioletten Strap-on berühre, beginnt mein Körper zu pulsieren. Unter grober Latzhose und hauchdünnem Top erwacht eine fremde Frau in mir – pechschwarze Locken, Leder-Gurt um die Hüften, die kugelförmige Perle ruht genau auf meiner Klitoris. Durch das Schaufensterglas sehe ich sie: halb nackt, das dunkle Spielzeug zwischen den Schenkeln, während die reglosen Puppen mit leerem Blick zusehen. Jeder Atemzug lässt den Ansatz vibrieren, Hitze breitet sich aus. Ich knie mich ans Bett, der Schaft steht aufrecht, feucht glänzend. Die Stille des Ladens wird von meinem pochenden Herzschlag übertönt. Noch bin ich allein – oder doch schon Teil des stummen Theaters aus Lack, Kette und Begierde?