Es war ein warmer Freitagabend im Spätsommer. Die Luft im Innenhof stand still, nur ab und zu wehte ein leichter Windhauch durch die offenen Fenster und brachte den Duft von gegrilltem Fleisch und Bier aus dem Hof mit. Ich hatte nur ein weißes Handtuch um die Hüften geschlungen und stand halbnackt auf meinem Balkon im dritten Stock. Die Zigarette zwischen meinen Fingern glühte rot in der Dämmerung. Die meisten Fenster im gegenüberliegenden Trakt des alten Mietshauses waren bereits dunkel. Die Büros und die Arztpraxis im Erdgeschoss und ersten Stock waren leer, die Geschäfte geschlossen. Nur in der Studenten-WG im ersten Stock brannte noch Licht.
Ich nahm einen Zug und ließ den Rauch langsam ausatmen. Mein Blick wanderte über die Fassade. Im obersten Stock war alles finster, meine Nachbarn waren entweder schon schlafen gegangen oder nicht daheim. Auf meiner Ebene und in den beiden Stockwerken darunter waren Büros und eine Arztpraxis. Da war an einem Freitag um 23 Uhr natürlich niemand mehr. Genauso wenig wie in den beiden Geschäften im Erdgeschoss. Sie hatten nur kleine Fenster zum Hof und jeweils eine Tür, um zu den Mülltonnen und den Fahrradstellplätzen zu kommen.
Nur in der Studenten-WG im ersten Stock war Licht. Vier Zimmer gingen Richtung Hof und nur selten waren die Vorhänge zugezogen. Auch jetzt konnte ich in das Zimmer ganz links schauen. Ein paar junge Menschen saßen auf dem Boden im Kreis, neben ihnen standen Gläser und Flaschen, in der Mitte lag ein Brettspiel. Ich sah sie wild gestikulieren, durcheinanderreden und lachen. Das Zimmer daneben war fast dunkel. Durch die offene Tür zum Vorraum fiel nur wenig Licht herein. Vielleicht saß der Bewohner – ich glaubte, hier war unlängst ein junger Mann eingezogen – mit den anderen im Nebenzimmer.
Dann kam Ritas Zimmer.
Rita – die kleine, süße Studentin mit den kinnlangen dunkelblonden Haaren, den hellen graugrünen Augen und dem knackigen Po, den ich schon öfter im Treppenhaus bewundert hatte. Sie studierte irgendetwas Kreatives und hatte mich mal gefragt, ob sie bei meiner kleinen Werbeagentur einen Job bekommen könnte. Ich hatte abgelehnt – ich arbeite lieber allein –, aber wir hatten uns nett unterhalten. Seitdem grüßten wir uns immer freundlich, und manchmal nahm ich Pakete für sie an.
Ritas Zimmer war hell erleuchtet: Deckenlampe, Schreibtischlampe, die Stehlampe neben dem Bett – alles war eingeschaltet. Das große Fenster stand wie so oft weit offen. Am Boden lagen ein paar Kleidungsstücke verstreut, auf dem Bett vor dem Fenster lag ein Haufen aus Bettdecke und Polstern. So sah es oft in ihrem Zimmer aus, bevor sie wieder aufräumte. Von Rita war nichts zu sehen. Ob sie auch mit den anderen spielte? Ich schaute zurück in das erste Zimmer, aber konnte sie dort nicht entdecken.
Im letzten Zimmer wohnte wohl jemand, der mehr Privatsphäre mochte: Die Vorhänge waren zugezogen und nur an den Seiten sah man ein wenig Licht heraus scheinen.
Ich nahm einen weiteren Zug von der Zigarette und bückte mich nach der Mineralwasserflasche auf dem Boden. Als ich einen Schluck trank, hörte ich ein lautes, kehliges Stöhnen.
Mein Blick schoss zurück zu Ritas Zimmer. Der Deckenhaufen auf dem Bett bewegte sich. Es lag nicht nur eine Decke auf dem Bett. Zwischen den Polstern sah ich jetzt Ritas Gesicht. Ich grinste: Ich glaubte, das Stöhnen kam von ihr und sie machte es sich wohl gerade selbst.
Sie war vielleicht 20 oder 25 Meter von mir entfernt und ich konnte sehen, wie sie den Kopf hin und her drehte und wieder aufstöhnte. Ich konnte sogar erkennen, dass sie die Augen geschlossen hatte. Aber auch wenn nicht: Ich glaubte nicht, dass sie mich jetzt wahrnehmen würde, zu sehr schien sie von ihrer Lust und einem nahen Orgasmus abgelenkt zu sein. Da zog sie die Bettdecke zur Seite und ich erkannte, dass ich mich nochmal geirrt hatte. Nicht ihre Hand war zwischen ihren Beinen und brachte sie zum Stöhnen, sondern der Kopf einer anderen Person. Rita griff mit beiden Händen in die lockigen Haare und hielt den Kopf fest. Von der anderen Person konnte ich noch nicht viel erkennen, der schmale Rücken und die Frisur konnten genauso gut zu einer Frau wie zu einem jungen Mann gehören. Ich hatte keine Ahnung, was Ritas sexuelle Vorlieben waren.
Aber eines wusste ich jetzt: Sie liebte es, geleckt zu werden. Was immer die Person zwischen ihren Beinen mit Zunge, Lippen und vielleicht den Fingern machte, gefiel ihr ausgesprochen gut. Ich merkte es sowohl an ihrem immer lauter werdenden Stöhnen wie auch an der Art, wie sie ihr Becken drängend nach oben hob. Nach einer Weile wurde sie wieder leiser, ihr Körper lag jetzt ruhiger da. Erst jetzt fiel mir auf, dass sie noch ein weißes Unterhemdchen anhatte. Schade. Ich hätte gern ihre Brüste gesehen. Ihre Hände waren nicht mehr in die Locken der Person zwischen ihren Schenkeln gekrallt, sondern sie streichelte jetzt zärtlich deren Kopf. Dann zog sie ihn zu sich hoch – jetzt sah ich, dass es ein junger Mann war. Sie küssten sich und er streichelte ihre Vulva. Ihre Beine waren immer noch gespreizt. Eine Weile lagen sie so da, unterhielten sich leise und ich wartete gespannt, was als Nächstes kam. Zu meinem Bedauern konnte ich nicht verstehen, was sie sagten.
Dann setzte sich der Mann auf, beugte sich noch einmal für einen Kuss zu ihr hinunter und stand auf. Er ging vom Fenster weg durch das Zimmer, bis er aus meinem Blickfeld war. Rita blieb entspannt auf dem Bett liegen und ich konnte ihren schlanken Körper jetzt gut sehen. Sie griff zwischen ihre Beine und begann sich jetzt wirklich langsam selbst zu streicheln. Ich war nicht ganz sicher, ob sie rasiert war oder ob ihre Schamhaare nur so hell und dünn waren, dass ich sie aus der Entfernung nicht erkennen konnte. Sie drehte ihren Kopf in die Richtung, in der der Mann verschwunden war und sagte etwas. Zog er sich etwa schon an? Ich war ein wenig enttäuscht, weil die Show vorbei zu sein schien. Da setzte Rita sich auf und zog das Unterhemd aus. Ohne nachzudenken, griff ich nach meinem Schwanz und rieb ihn durch das Handtuch ein wenig. Rita sah scharf aus! Ihre Brüste waren klein und fest, und von hier heroben wirkten sie perfekt. Ich würde sie gern berühren. Sie warf das Leibchen auf den Boden und ließ sich zurück auf die Matratze fallen. Ging es also doch noch weiter? Hoffentlich drehten sie das Licht nicht ab!
In dem Moment kam der junge Mann zurück in mein Blickfeld und ich war ganz sicher, dass es weiter ging: Sein Schwanz stand steif in die Höhe, eine eindrucksvolle Erektion! Er hielt etwas in der Hand und nestelte daran herum. Wie er neben dem Bett stand, nahm Rita es ihm aus der Hand. Ja klar! – ein Kondom. Sie riss das Päckchen mit den Zähnen auf. Der Mann wollte nach dem Kondom greifen, aber Rita zog die Hand weg. Dann lachte sie und rollte es ihm mit beiden Händen über seinen steifen Penis. Kaum steckte der Schwanz im Gummi, lag der Mann auch schon zwischen Ritas Beinen. Ein paar ungeschickt wirkende Bewegungen, dann schien er in sie eingedrungen zu sein, denn er fing an, sich rhythmisch auf und ab zu bewegen. Ich würde gern aus der Nähe…
Ich stand wie festgewachsen auf meinem Balkon, das Handtuch inzwischen offen, mein harter Schwanz in der Hand. Ich wichste langsam, im gleichen Rhythmus, in dem der junge Mann Rita fickte. Ihre Stöhne wurden lauter, sie krallte ihre Fingernägel in seinen Rücken, ihre Beine schlangen sich um seine Hüften. Er stieß härter zu, das Bett quietschte im Takt. Rita kam mit einem langen, zitternden Schrei, ihr Körper bäumte sich auf. Kurz darauf kam auch er, pumpte tief in sie hinein und stöhnte laut auf.
Ich kam fast gleichzeitig – heiße Schübe meines Spermas spritzten über das Balkongeländer in die Dunkelheit des Innenhofs. Ich zitterte, hielt mich am Geländer fest und atmete schwer.
Rita und ihr Lover lagen noch eine Weile eng umschlungen da, küssten sich zärtlich und flüsterten. Dann stand der Mann auf, verschwand aus dem Blickfeld und kam wenig später mit zwei Gläsern Wasser zurück. Sie tranken, lachten und kuschelten sich wieder aneinander.
Ich blieb noch lange auf dem Balkon stehen, das Handtuch wieder um die Hüften, und beobachtete sie. Rita schaute einmal kurz zum Fenster hinaus – direkt in meine Richtung. Ich glaubte, ein leicht spöttisches Lächeln auf ihren Lippen zu sehen, bevor sie sich wieder ihrem Lover zuwandte.
Am nächsten Morgen traf ich Rita im Treppenhaus. Sie trug ein lockeres Shirt und Shorts, die Haare noch feucht vom Duschen. Als sie mich sah, lächelte sie – genau dieses leicht spöttische, wissende Lächeln.
„Guten Morgen“, sagte sie fröhlich. „Gut geschlafen?“
Ihr Blick wanderte kurz über meinen Körper, dann zurück zu meinen Augen. Sie wusste es. Sie hatte mich gesehen. Oder zumindest geahnt, dass jemand zugeschaut hatte.
Ich lächelte zurück. „Sehr gut sogar. Und du?“
Sie lachte leise, ein bisschen herausfordernd. „Auch. Sehr… befriedigend.“
Dann ging sie weiter die Treppe hinunter, und ich schaute ihr nach – auf ihren knackigen Po in den Shorts.
Seit dieser Nacht stehe ich öfter auf dem Balkon. Manchmal ist Rita allein und macht es sich selbst. Manchmal ist ihr Freund da. Und manchmal schaut sie beim Ficken bewusst zum Fenster hinüber – als wüsste sie genau, dass ich da stehe und zuschaue.
Und ich? Ich genieße jede Sekunde. Mit angehaltenem Atem und einem leichten, spöttischen Lächeln auf den Lippen.
Die dünnen Wände und offenen Fenster unserer Altbauwohnung erzählen jetzt eine ganz neue Geschichte.
Eine Geschichte von heimlichem Verlangen, angehaltenem Atem und der süßen, verbotenen Lust des Zuschauens.
Und ich bin süchtig danach geworden.
